Wenn Jesus Gemeinde mit einem Bäckereibetrieb
verglichen hätte …
Man nehme eine Portion Gebet und analysiere die Bibel, bis eine
gute Menge Wahrheitsextrakt entsteht. Diesen Extrakt mische man
reichlich unter Menschen und lasse den Teig eine Zeit gehen. Im
Backofen einer fröhlichen Gemeinschaft werde dieser Teig nun
gebacken. Das Produkt kann dann mit einer Lasur Kirchlichkeit oder
bunten Veranstaltungen garniert werden.
Aber Jesus hat die Gemeinde nicht mit der Arbeit von Bäckern,
sondern mit der Tätigkeit von Fischern, Erntehelfern und Hirten
verglichen. Fischer arbeiten nicht nach einem fertigen Rezept. Ihre
Berufserfahrung und Ausrüstung setzten sie ein, um zu den Fischen
zu kommen. Erntehelfer pflücken dort, wo die Früchte wachsen. Sie
schauen, wo Wachstum geschenkt wurde. Die Leidenschaft von Hirten
gilt den Schafen. Was ihnen auf Dauer gut tut, ist wichtig.
Der Bäcker holt die Materialien in der Backstube zusammen. Die
Anderen machen sich auf den Weg. Sie begeben sich auf die Suche. Sie
gehen mit. Jesus hat sich später nicht wie andere Rabbis in seiner
Backstube (Entschuldigung: Lehrstube) eingerichtet. Er ist als Wanderprediger
umhergezogen und hat gesucht, was verloren ist.
In der Weihnachtszeit wurden unsere Kirchen viel besucht.
Hoffentlich sind ihnen nicht Menschen mit fertigen Rezepten begegnet.
Vielleicht haben sie gespürt, dass wir Früchte entdecken möchten, dass
wir Leben begleiten wollen.
Gut, die Bäcker sind jetzt etwas schlecht weggekommen. Dabei ist
Gastfreundschaft ohne sie kaum denkbar – auch in der Bibel. Aber
dazu vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt. Jetzt geht es darum, dass
wir uns auf den Weg zu den Menschen machen. Bist du dabei?
Viele Grüße,
Ihr Pfarrer Tobias Frauenlob